• Coffee To go

40 Tage ohne Kaffee! Das traurige Ende einer Fastenzeit.

Ich habe mich auf das Ende der Fastenzeit gefreut, wie ein kleines Kind auf seinen Geburtstag. Tage vorher habe ich mir ausgemalt wie der kräftige Kaffeeduft in meine Nase steigt, die Tasse warm in meiner Hand liegt und ich mit einem tiefen Seufzer ein Schlückchen nippe, um den Kaffeegeschmack vollends auszukosten.

Mein Fastenvorsatz, während der Passionszeit auf Kaffee zu verzichten, hat mich hart getroffen. Zwei Wochen bin ich, wie gewohnt jeden Morgen im Halbschlaf zur Kaffeemaschine geschlürft, um den Startknopf zu drücken. Einmal habe ich den Automaten völlig verpennt angeschaltet, einen Kaffee gebrüht und entsorgt.

Der Ärger darüber war ausreichend groß. Nachdem konnte ich mir merken, den Wasserkocher in Wallung zu bringen. Das neue Getränk der Morgenstunde war Tee.

Große Gefühle

Meine Freude war endlos. Insbesondere in Bezug auf die vorhandene Auswahl. Grüntee mit Rosenblüten, Rooibos mit Himbeere und Karamel. Juhu! Was für ein Deal. Wer hat sich den Scheiß, keinen Kaffee zu trinken und stattdessen die Teereste zu saufen, ausgedacht!?

Das Gefühl, nicht ganz sauber zu ticken, wurde zusätzlich von Kopfschmerzen gekrönt. Diese waren im Verhältnis zum gefühlten Verlust einer geliebten Gewohnheit innerhalb weniger Tage überwunden. Da habe ich wohl Glück gehabt. Im Vorfeld dachte ich auch, dass es schlimmer wird. Wurde es auch. Aber nicht in Bezug auf Kopfschmerzen. ;-)

Nun ging es darum, den Verlust, die Lücke, die der Kaffee in meinem Leben hinterließ zu füllen.

Ich bin ein Freund regelmäßiger Verdauung. Kaffee bzw. das Koffein regt die Darmaktivität an. Kamillentee nicht. Schwarzer Tee, den ich zwischenzeitlich entdeckt habe, leider auch nicht. Er enthält zwar Koffein aber in geringeren Mengen, als Kaffee. Er soll eigentlich, wenn er nur 1 – 3 Minuten zieht, auf die Tube drücken.  Lässt man ihn länger, also bis zu 5 Minuten ziehen, wirkt er eher stopfend.

Ich hab die Ziehzeit peinlichst genau, mit dem Timer verfolgt. Maximal 3 Minuten. Nichts! Keine Spur von Anregung. Dieser Sideeffekt hat meine Trauer um den Kaffee verstärkt.

Neues ausprobieren

Ein Gedanke, warum ich mich für den Verzicht auf Kaffee entschieden habe, war Raum für Neues zu schaffen. Das ist mir doppelt gelungen. Ich kenne jetzt alle Teesorten aus dem Tee Adventskalender von DM und wünsche mir innigsten diesen nie wieder geschenkt zu bekommen. “Die Augenblicke der Freude Kräuter-Früchteteemischung” hat mir genauso wenig Freude bereitet, wie mich die Kräuterteemischung “Momente der Entspannung” entspannt hat.

Ich habe etliches ausprobiert. Möchte Dir aber nur von den Highlights berichten:

Schwarzer Tee

Der einzige Tee, der wirklich gut funktioniert und geschmeckt hat, war schwarzer Tee. Ich habe mich in den 40 Tagen durch einige Sorten probiert. Earl Grey” geht als absoluter Favorit ins Ziel. I know.  It’s old school.

Aber dieser feine, duftig-bittere Geschmack mit einem Hauch von Zitrone überzeugt auch nicht erst seit gestern und auch nicht nur meine Geschmacksnerven.

Das Geheimnis von Earl Grey ist die Bergamotte. Eine hübsch-häßliche aber sehr schmackhafte Frucht.

Zur Zeit trinke ich diesen hier :Der Bio Tee von Higher Living. *

Matcha – Grünteepulver

Ein weiterer Zugewinn meiner Getränkeauswahl am Morgen ist das Grünteepulver Matcha.

Nachdem ich etliche Tage auf einem geringen Koffein-Level verbracht hatte, fiel mir Matcha in die Hände.

Die Verpackung versprach: “Matcha gilt als sehr belebend, als der „gesunde Espresso“ und Wachmacher. Das hörte sich doch nach meinem Getränk an!

Ich machte mich unbeholfen ans Werk. Dilettantischer hat dieses grüne Pulver wahrscheinlich noch nie jemand zubereitet. Wundersamer Weise schmeckte der Tee und

von der Wirkung mal ganz abgesehen. Halleluja! Endlich etwas, das knallt! Bäääm. Davon war ich wach, durch und durch angeregt und sehr gut gelaunt.

Madhavi hat einen wundervollen Artikel mit dem Titel: Matcha Tee. Das Koks für die Yogis

geschrieben. Dieser macht nicht nur Spaß, sondern klärt über die wesentlichen Züge von Matcha auf.

Kurz: “Matcha macht nicht nur fit, sondern ist aufgrund der hohen Dichte an Antioxidantien förderlich für die körperliche Instandhaltung unserer Zellen.  Also grundsätzlich zu empfehlen!”

Ich probiere mich grad durch das Angebot: Im Moment amüsiere ich mich mit diesem hier: Bio Matcha von Stick & Lembke. *

Selbstkontrolle

Es gab durchaus Gelegenheiten zu schummeln. Stellenweise war es wirklich schwierig Standhaft zu bleiben. Meine Nase war sensibel und ständig auf der Suche nach Kaffeeduft.

Im Supermarkt konnte ich, während ich am Kaffeeregal vorbei ging,riechen, dass dort eine kaputte Packung im Regal stand.

Das andere Mal war mir ganz klar, dass eine Kaffeemühle im Laden vorhanden war, obwohl ich sie noch nicht sehen konnte.

Emotional angeschlagen, bin ich auf einem Rastplatz gestrandet, um mir den Kaffeeautomaten … anzusehen.  Gekauft habe ich ein Wasser zu Puffpreisen.

Eine Freundin bot mir an “Wenn Du nix sagst, sag ich auch nix.” Lieb gemeint. Aber mir wäre damit nicht geholfen gewesen. Spätestens mit mir selbst, hätte ich darüber diskutieren müssen.

Das hab ich mir erspart. Blieb Standhaft und malte mir ein “Mein erster Kaffee nach langer Zeit” Bild aus. Pastellfarben. Der Kaffee nach herzhaften Röstaromen duftend. Sonnenstrahlen im Gesicht, blauer Himmel und Engelchöre im Hintergrund.

Ostersonntag

Ich war früh wach und musste schnell feststellen, dass ich auf die Sonnenstrahlen und den blauen Himmel verzichten muss. Darüber ließ sich hinwegsehen. Jetzt war Fastenbrechen angesagt. Mit oder ohne schönem Wetter.

Ich habe den Kaffeeautomaten eingeschaltet. Der Brüher ging in Position. Ich lauschte dem mahlen der Kaffeebohnen. Der Kaffeeduft stieg während des Brühvorgangs in meine Nase. Gemütlich nahm ich Platz auf dem Sofa. Kuschelte mich in meine Lieblingsdecke und nippte.

WTF! Die erwarteten Engelschöre gingen zügig mit Pauken und Trompeten unter.  Der Kaffee schmeckt fies, bitter und hinterließ einen metallischen Nachgeschmack vom allerfeinsten. Gar nicht lecker. Null!

Ich habe eine zweite Tasse probiert. Es wurde nicht besser. Das Ergebnis war eine unliebsame Übelkeit und ich war zutiefst enttäuscht.

Eine Kaffeeliebe am Ende

Heute, einige Tage später, ist mein Verhältnis zu Kaffee immer noch gespalten. Das vertraute Gefühl, die Geborgenheit einer Tasse Kaffee, will sich einfach nicht wieder einstellen. Der Verzicht hat uns entzweit. ;-)

Obwohl ich mir nie, wirklich niemals vorstellen konnte ein besseres Warmgetränk, als Kaffee zu finden, wurde ich eines besseren belehrt. Selbst eingefleischte Gewohnheiten sind offensichtlich immer noch nicht in Stein gemeißelt und lassen sich durch bewussten Umgang beeinflussen.

Das, was ich zu vermissen glaubte, war nicht der Geschmack des Kaffees, sondern die Begleitumstände. In Ruhe wach werde bevor man in den Tag startet. Das gemütlich beisammen sitzen. Eine Pause mitten am Tag. Gute Gespräche und Entspannung. Zeit für einen Müßiggang der Gedanken.

Das Alles geht auch ohne Kaffee!

Meine Trauer hält sich schlussendlich in Grenzen. Gelegentlich werde ich sicher Kaffee trinken. Vielleicht tausche ich die Bohnen gegen eine mildere Sorte.

Aber seinen überragenden Status hat er verloren.

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Viele Grüße,

Signatur

 

 

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By | 2017-07-15T09:40:05+00:00 19.04.2017|Tags: , , |0 Kommentare

About the Author:

Ich bin Sonja Fuchs alias Fuchsmunter. Ich habe bis Anfang 2014 in der freien Wirtschaft gearbeitet und kurz vor dem Burnout die Notbremse gezogen. Ich habe meinen Job gekündigt, arbeite jetzt halbtags in einem Fitnessstudio, habe eine Ausbildung zur Fitness- und Ernährungstrainerin gemacht und beschäftige mich intensiv mit einfachem und gesunden Lifestyle. Wenn ich keinen Sport treibe, ein neues Rezept ausprobiere oder einen neuen Kniff teste, der das Leben leichter macht, dann schreibe ich hier darüber.

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